Studie für neue Seilbahn in Wuppertal

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Die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) haben eine Machbarkeitsstudie vorgelegt. Das Resultat ist: Der Bau einer Seilbahn auf den Elberfelder Südhöhen ist „umsetzbar und wirtschaftlich zu betreiben”. In diesem Beitrag möchte ich es erläutern und kommentieren; zugegebenermaßen soweit ich es aus den ersten Pressemitteilungen und von Internetseiten vermag.

Die Strategie „Wuppertal 2025“

2013 stellte die Wuppertaler Stadtspitze 13 Projekte vor, um Wuppertal lebenswerter zu machen. Darunter war auch die Planung einer Kabinensesselbahn zur Uni. Dies vor dem Hintergrund überfüllter Busse mit Studenten, welche oftmals nicht in den Bus einsteigen konnten, Haltestellen wurden dazwischen nicht mehr angefahren und Dozenten beklagten zu spät kommende Studenten. Um diesem unitäglichen Chaos vorzubeugen, setzten die WSW bald mehr Busse ein, welche das Verkehrsaufkommen selbstverständlich auch verstärkten.

WSW legt Machbarkeitsstudie der Seilbahn vor

In dieser Studie legt die Wuppertaler Stadtwerke dar, das die neue Seilbahn in Wuppertal nicht nur machbar, sondern auch vorteilhaft in Sachen Personenaufkommen, Transport, Umwelt und Finanzen ist. In dieser Planung führt die Strecke von einer Talstation am derzeit zu bebauenden Bahnhofsplatz über eine Mittelstation Uni zur Bergstation am Busbahnhof Schulzentrum-Süd (Küllenhahn). Wir reden hier also über 3 Stationen und 6 Stützen. Dabei sind die Gondeln (30-35 Pers.) und das 3S-Seilbahnsystem mit der Seilbahn von Koblenz vergleichbar. Also größere Kabinen und windfesteres Seilsystem als am Kölner Zoo. Verfügbar ist die Wuppertaler Seilbahn dann nicht nur für Uni-Angehörige, sondern für alle, und dies im Verbund mit und zu Preisen des VRR. Viele Informationen gibt es auf der neu eingestellten Internetseite der WSW und auf den verlinkten Seiten am Ende meines Artikels.

Informationen und Diskussionen

Die WSW laden zu drei Informationsveranstaltungen ein:

Wie bereits oben beschrieben, sind beim Bau 6 Stützen vorgesehen und die Streckenführung über viele private Häuser in der Elberfelder Südstadt. Deswegen wirbt die Stadtspitze von Wuppertal und die WSW um die Zustimmung der Wuppertaler Bürger/innen. Vorgesehen ist eine allgemeine Diskussion in 2015 mit Mandatsträger und mit Fachleuten, damit 2016 dann auch ein Ratsbeschluß möglich ist.

Meine Meinung zur Wuppertaler Seilbahn

Es war schon immer schwer, alle Wuppertaler unter einem Hut zu bringen.

Davon konnte auch Eugen Langen damals beim Bau der Schwebebahn ein Lied singen. Zu hässlich, zu laut, zu hoch, zu teuer und überhaupt wussten es die Berliner damals sicher, warum sie den Bau dieses Monstrums bei sich ablehnten. Trotz allem kam die Bahn ins Meckertal Wuppertal, in Sonnborn und Vohwinkel sogar in Augenhöhe der Wohn- und Schlafzimmer. Und sie wurde zum Wahrzeichen und Liebling in Wuppertal. Wir alle haben sie beim Umbau vermisst, finden es ganz logisch das Verkehr ohne sie zusammenbrechen muß. Der Wuppertaler benutzt sie ohne besondere Beachtung und ist ganz leise stolz, wenn er staunende Touris im Schwebebahnzug entdeckt.

115 Jahre später wagt man in Wuppertal wieder einen mutigen Schritt in der Stadtentwicklung. Eine Seilbahn ist bereits ein erprobtes System für den Personennahverkehr; was in in Dritte-Welt-Länder geht, sollte auch für ein armes, weil verschuldetes Wuppertal möglich sein. Zudem kann es neben der Schwebebahn ein weiteres touristisches Highlight werden. Mir gefällt der Spruch „Zweimal im Leben durch Wuppertal schweben” als Tourismuswerbung sehr gut.

Ich plädiere dafür, die folgenden Informationsveranstaltungen und Diskussionen unvoreingenommen zu nutzen. Natürlich sollten wir Wuppertaler die Vor- und Nachteile abwägen. Dabei sollten wir unsere neue Chance zur Stadtentwicklung nicht leichtfertig durch Meckern vergeben. Der Bau der Schwebebahn war damals auch nicht bei allen beliebt, aber heute ist sie bei kaum jemanden wegzudenken.

Bei jetzigem Informationsstand finde ich es eine gute Chance für Wuppertal und hoffe, wir wuppen das!  :-)

Nachtrag am 21.05.2015:

Aus Interesse am Seilbahn-Projekt war ich auch selber auf der ersten Informationsveranstaltung am 19.5. in der Mensa dabei. Über die Veranstaltung und über weitere Informationen berichtete ich in meinem Beitrag 1. Infoveranstaltung zum Seilbahn-Projekt .

 

Anmerkungen zu meinem Beitrag und/oder zu meinem Kommentar dürfen gerne in das untenstehende Nachrichtenfeld eingetragen werden. Ich vertrage nicht nur positive sondern auch ablehnende Meinungen. ;-)

3 Kommentare

  1. Die Verhältnismäßigkeit von Personentransport – als Ersatz eines bereits vorhandenen Transportmittels – ist keinesfalls gegeben. Wenn eine Seilbahn 10m über Dach-Toilettenfenster hinweg fährt und intime Einblicke in Gärten und Wohnzimmer schafft, sollte man entweder über die Route nachdenken oder aber die Idee fallen lassen!

    • Ich kann gut nachvollziehen, das Sie und viele Anwohner wenig bis garnicht über das Seilbahnprojekt begeistert sind. Von daher kann ich auch ihre Proteste nachvollziehen, welchen ich auch in meinem Beitrag 1. Infoveranstaltung zum Seilbahn-Projekt erwähnte.
      Allerdings sehe ich die Seilbahn in einem größeren Kontext für Wuppertal. Das Projekt sehe ich nicht nur alleine als günstige Verkehrsanbindung, sondern auch als gelungene Stadtentwicklung, sprich Touristik. Deswegen müssen wir bei allen berechtigten Privatinteressen auch den gesamtstädtischen Nutzen für Wuppertal sehen.
      Auch die Schwebebahn hatte viele Gegner, bestimmt besonders in Sonnborn und Vohwinkel. Aber das die damaligen Stadtväter den Bau trotzdem vollzogen, wird heute von niemandem bedauert.

    • Nach meiner Meinung wird nur über die Planung zur Weiterführung der Bahn von der Uni bis Küllenhahn nachgedacht, um die Fördermittel des VRR zu erhalten.

      Wollen denn wirklich 3500 Personen stündlich auf die Südhöhen?
      Wie kommen denn die Bürger z.B. zum Klever Platz, wenn die Busverbindungen dezimiert werden?

      Ich kann mich noch gut daran erinnern, daß früher Strassenbahnen und eine Bergbahn (in Barmen) auf die Südhöhen mit elektr. Strom gefahren sind, die man dann aber abgeschafft hat.

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