Corona-Virus

Corona und Deutschland zwischen Solidarität und Egoismus

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Wir  müssen überlegen, wo Corona und Deutschland zwischen Solidarität und Egoismus steht. Auch wenn wir inmitten in einer Pandemie sind. Vielleicht auch gerade deswegen. Weil es gerade besonders jetzt notwendig ist.


Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am 18.03.2020 eine Fernsehansprache. Dies war ihre erste Ansprache jenseits der üblichen Neujahrsansprachen. Wer weiß, wie besonnen und ruhig Angela Merkel seit Jahren ist, hat aufgehorscht. Viele fanden die Rede sogar historisch. Die Bundeskanzlerin bezeichnete die Pandemie als größte Herausforderung seit dem 2. Weltkrieg. Auch wenn sie diese Krise als lösbar ansah. Die bisherigen Einschränkungen stufte sie als sehr gewaltig, aber auch als nötig ein. Und behielt sich notfalls weitere Einschränkungen vor.

Corona und Deutschland zwischen Solidarität und Egoismus

Wir leben in Deutschland in einer Demokratie und zudem in einem Föderalismus. Deswegen müssen wir auch mehrere Meinungen aushalten. Selbst wenn diese nicht unserer Ansicht entsprechen oder offensichtlich totaler Unsinn sind.

Das ganz große Ziel ist die Corona-Epedemie zu verlangsamen. Aber warum? Für Kinder, Jugendliche und junge Menschen ohne besondere chronische Erkrankungen mag dies kaum ein Problem sein. Denn ohne es oft bewusst zu ein, erkranken sie, durchlaufen die Krankheit und erreichen so eine Immunität für einige Jahre, ohne dies alles besonders zu merken. Die Möglichkeit andere während dem Krankheitsverlauf anzustecken bleibt trotzdem bei allen Altersgruppen. Allerdings kann es ganz gefährlich für Personen mit Vorerkrankungen und auch ältere Menschen werden. Deswegen ist unsere Solidarität statt Egoismus gefragt.

social distance

Das erhöhte Risiko vom Coronavirus

Das Coronavirus, oder auch exakter COVID-19, hat einen besonderen Krankheitsverlauf. Die Ansteckung erfolgt durch eine Tröpfcheninfektion. Technisch gesehen überleben die Coronaviren in einer feuchten Umgebung, dem Schleim. Dadurch können die Viren so gut ausgehustet und weiter verbreitet werden. Deswegen ist der allseits betonte Sicherheitsabstand von 1,5m, am besten 2m, so wichtig. So können die Viren in ihrer feuchter Umgebung auf die Erde fallen. Und dies bevor sie auf weitere Menschen treffen und diese infizieren.

COVID-19 greift vor allem unserer Lungenfunktion an. Dies ist sehr riskant für Risikogruppen. Dazu zählen Personen mit Vorerkrankungen und auch ältere Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Dabei muss eine humane, zivilisierte Gesellschaft auch an die Schwächsten und älteren Personengruppen denken. Selbstverständlich sorgen sich viele Kinder und Enkelkinder um ihre geliebten Eltern und Großeltern. Ihre Einkäufe des täglichen Bedarf ersparen vielen gefährdeten Menschen den riskanten Besuch des Supermarktes.

Normalerweise haben wir europaweit die meisten Notfallbetten mit den dazugehörigen Beatmungsgeräten. Trotzdem ist zur Zeit dieses Beitrages die Sorge sehr groß, im Falle eines großen Andrangs nicht genügend Bettenplätze zur Verfügung zu haben. Deswegen ist die größte Priorität, die Pandemie zu verzögern und abzuschwächen.

Der Fluch der Hamsterkäufe

Unter vielen Bevölkerungsgruppen scheint es eine gewisse Panik zu geben. Den Begriff “German Angst” gibt es schon seit vielen Jahren. Eine neue Dimension gibt es, seitdem der Coronavirus als Pandemie gilt und aus China in Europa angekommen ist. In den Regalen der Lebensmittelgeschäfte fehlen lagerhaltige Grundnahrungsmittel wie Nudeln, Mehl und vor allem Toilettenpapier. Gerade die Suche nach Toilettenpapier ist das Hauptgesprächsthema in der Republik. Kurioserweise gibt es reichlich Toilettenpapier in den Warenzentrallagern. Aber sobald es die Geschäften erreicht, wird es von Hamsterkäufern in kurzer Zeit aufgekauft. Wollen die vielleicht das Coronavirus mit Toilettenpapier bekämpfen? Auf jeden Fall ist dies sehr unsolidarisch und egoistisch. Alle welche keine Panikkäufe tätigen, haben ein Problem ihr normales Pensum einzukaufen. So gibt es seit Wochen ein total unnötiges Versorgungsproblem für alle rational denkenden Konsumenten.

Meine Meinung: Hamsterkäufe in Deutschland im Frühjahr 2020 sind unsinnig und dumm. Das Verhalten der Hamsterkäufer finde ich sehr egoistisch. Es gibt nachweislich keine Verknappung bei der Anlieferung diverser Artikel. Erst durch unverantwortliche Massenbevorratung ensteht eine künstliche Verknappung. Viele verantwortliche Konsumenten haben angesicht leerer Regalfächer Probleme beim Einkauf. Dabei haben auch gerade jetzt wichtige Berufe wie Krankenhauspersonal, Pflegeberufe, Verkäufer, Lkw-Fahrer u.s.w. größte Schwierigkeiten bei ihren Einkäufen. Deswegen sind Panikkäufe so extrem unsolidarisch. Dieses schlimme, unverantwortliche Verhalten finde ich sehr ärgerlich!

Klopapier-Spruch

Umso mehr erfreulich, wenn es Hilfleistungen für sogenannte Risikogruppen gibt. Ältere Menschen und Kranke werden oft von ihren Eltern und Enkeln, ja manchmal auch von Nachbarn und Freiwilligen, durch Übernahme von Einkäufen unterstützt. Tierheime und Zirkusse bekommen Spenden von Futter und Stroh. Mehrere Tafeln im Land hatten bereits geschlossen. Aber dann kamen Lebensmittelspenden und Unterstützung von befreundeten Hilfsorganisationen und Freiwilligen. Selbst Musikdarbietungen vor den isolierten Alters- und Pflegeheimen sind wunderbar und sehr wichtig für die Heiminsassen. Erfreulich viele junge Menschen sind hierbei anzutreffen.

Meinen ganz dicken Dank an Alle, welche sich im Dienst für ihre Mitmenschen einsetzen! Egal ob freiwillig und total uneigennützig oder auch in seinem Beruf mit mittlerweilem gesundheitlichem Risiko. Vielen, vielen Dank!

Coronavirus schränkt das Leben stark ein

Es ist wichtig, das die Pandemie nicht zu sehr anwächst. Sonst würden unsere Notfallbetten und Beatmungsgeräte irgendwann nicht mehr reichen. Dann würde unser Gesundheitssystem kollabieren. Keiner möchte irgendwann Patienten nach Dringlichkeit und Alter vor dem Krankenhaus sortieren. Ein trauriger Zustand, welcher in Italien bereits Realität ist.

Kontakte und damit Infizierungen sollen auf ein Minimum veringert werden. Deswegen haben Bund, Länder und Kommunen eine weitreichende Kontaktsperre erlassen. In der Regel soll es keine Gruppen über 2 Personen geben. Natürlich mit Abstand. Es gibt aber auch Ausnahmen für größere Gruppen, wie Wohngemeinschaften(Familien, WG) und Pflegebegleitung.

Wichtige Maßnahmen sind Schließungen von Schulen, Kitas, Uni, bestimmten Geschäften, Reisebüros, Restaurants und Kultureinrichtungen. Geschäfte mit Lebensmittel, Getränkemärkte, Baumärkte, Apotheken und sonstige wichtige, systemrelevante Geschäfte haben geöffnet. Viele Veranstaltungen und Versammlungen sind verboten. Ereignisse wie Gottesdienste, Konzerte, Ausstellungen und Schuluntericht verlagern sich ins Internet. Der neue Trend: Homeoffice statt Arbeit im Büro. Das kann aber auch schon mal Probleme geben, wenn arbeitende Eltern und ihre lernenden Kinder im Haus aufeinandertreffen. Zusätzlich schwierig wenn dann die Leistung im Internetzugang abfällt. Vorausgesetzt es sind überhaupt Netzanschluss und Computer vorhanden.

Geschlossen

Geschlossen sind aber nicht nur Teile des Einzelhandels, Weiterbildung und der Kultur. Auch viele Firmen stellten teilweise oder komplett ihre Arbeit ein. Einige Gründe sind Probleme in der Lieferkette oder fehlende Warennachfrage.

Verstöße der Kontaktsperre werden bestraft

Es gibt viele Gebote im Zeitalter der Corona-Pandemie. Einige davon sind Abstand halten (>1,5m), Gruppenverbot (nur bis 2Pers.!), Schliessung diverser Geschäfte und ein Tourismus-Verbot. Durchgesetzt wird dies durch einen neuen Bussgeldkatalog, wie auch in NRW beschlossen.

Finanzielle Hilfe bei der Corona-Pandemie

Sehr viele Selbstständige, Geschäftsleute, Künstler und Arbeitnehmer haben finanzielle Einbußen durch die Pandemie. Bei Geschäftsinhabern, Kleinstunternehmern, Freischaffenden und Künstlern geht es um die nackte Existenz. Während die Arbeit und damit der Verdienst wegfällt, bleiben Kosten wie Miete, Strom, Steuern und Mitarbeiterlohn bestehen. Gut das es ein umfangreiches finanzielles Hilfspaket von Bund und Land gibt. Eine direkte Soforthilfe sind rückzahlfreie Geldzahlungen für kleine Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler. Wichtig und hilfreich sind aber auch Bürgschaften und Steuerstundungen. Viele Arbeitnehmer können in Kurzarbeit gehen. Neu: Bei Aufnahme einer Nebenbeschäftigung in einem systemrelevanten Bereich bleibt das Nebeneinkommen in der Zeit vom 01.04.2020 bis 31.10.2020 anrechnungsfrei. Vorausgesetzt das Entgelt aus dem Nebeneinkommen übersteigt mit dem verbliebenen Ist-Entgelt nicht das Soll-Entgelt.

Deutschland ist innovativ im Internet

Gerade in diesen Zeiten zeigt es sich, wie hilfreich das Internet ist. Deutschland scheint sich durch diese Pandemie zu verändern. Es wird erfinderisch. Und eswird nicht mehr sein wie esvor dem Coronavirus war.

Die Schließung der Schulen war gewiss nötig. Viele Schulkörper bauten mithilfe von speziellen Webportalen einen Unterricht zuhause auf. Das System ist zwar noch lange nicht perfekt und im Anfangsstadium. Aber es ist ausbaufähig und im Notfall besser als kein Unterricht. Schade nur, wenn die techn. Voraussetzungen bei manchen Schülern und bei auch bei manchen Lehren noch nicht stimmen. Lernen in der Schule ist halt besser und macht auch mehr Spass.

Viele Geschäftsleute nutzen nun vermehrt den Onlinehandel. Es gleicht offensichtlich nicht immer die Verkaufseinbußen aus. Ist aber besser als gar nichts. Restaurantbesitzer bieten einen Außerhausverkauf an. Buchhandlungen verschicken ihre Bücher. Egal ob Kleidung, Schuhe oder Elektroartikel; vieles wird verschickt oder steht zur Selbstabholung bereit. Der Onlinehandel ist nun auch bei Händlern angekommen, welche bislang ablehnend dazu standen. Ich empfehle sehr den örtlichen Handel zu unterstützenn, anstatt Großversender wie Amazon oder Zalando. Die kleinen Läden haben es im Moment nötig. Und so beiben sie uns auch nach der Coronazeit erhalten. Wer will schon in einigen Monaten durch verödete Innenstädte bummeln?

Auch wer auf Kultur steht, kann im Internet vieles finden. So gibt es Konzerte, Museumsrundgänge und Zooführungen. Der Zoo Wuppertal bietet online Webcams vom Elefantengehege und Videos von Drohnenflügen an. Die Junior Uni Wuppertal hat trotz Schließung ein umfangreiches Videoangebot für ihre kleinen Studenten. Die Stadtbibliothek Wuppertal bot für Wuppertaler ein befristete kostenfreie Nutzung ihrer digitalen Angebote.

Mein Fazit zu Corona und Deutschland zwischen Solidarität und Egoismus:

Der Ausbruch des Coronavirus wurde von vielen lange unterschätzt. Die Epedemie in China war doch soweit weg. Selbst als sie in Europa ankam, wurden noch lange keine Vorsichtsmaßnahmen gestartet. Dadurch konnte sich das Virus in Italien und weiteren Ländern gut verbreiten. Ein eindeutiges und schlimmes Beispiel sind die Apres-Partys in Ischgl. Auch die Maßnahmen in Deutschland hätten eher erfolgen können.

Gut und hoffentlich nicht zu spät sind jetzt die deutschen Maßnahmen zur Pandemie. Wir haben Glück, das unser Gesundheitssystem noch so gut ist. Und nicht so kaputt gespart wie in vielen anderen Ländern. Hoffen wir, das wir alle Risikogruppen ärztlich versorgen können, ohne das unsere Krankenhäuser kollabieren.

Gut ist auch das umfangreiche Hilfspaket von Bund und den Ländern. Auch wenn die meisten gesundheitlich gut durch die Pandemie kommen, darf unsere Wirtschaft danach nicht vollständig am Boden sein.

Ich glaube, Deutschland wird nach der Pandemie nicht mehr so wie früher sein. Wir sehen, das Internet ist nicht nur Fluch, sondern auch Hilfe. Und vielleicht ändert sich auch die Einsicht und das Verhalten der Menschen. Obwohl wir körperlich  auf Distanz gehen, sind wir uns sozial doch oft näher gekommen.

Alles wird wieder gut werden. Und dann werde ich meine Freunde und Bekannte wieder treffen. Ich fange schon jetzt an, meine Freiheiten und soziale Kontakte zu schätzen. Wir können alle aus Krisen lernen und dadurch vielleicht auch etwas besser werden.

Bleibt gesund. Oder werdet wieder gesund.

[letztes Update: 09.08.2020]

https://atalanda.com/wuppertal
Online City Wuppertal

https://www.wuppertal.de/wirtschaft-stadtentwicklung/einzelhandel/online-city-wuppertal.php
Erklärung der Stadt Wuppertal zu “Online City Wuppertal”

https://www.wuppertaler-rundschau.de/rundschau-aktion/
Eine schöne Übersicht des Wuppertaler Einzelhandels. Auflistung, ob normal offen, Onlineverkauf und Lieferservice. Internetseite vom Anzeigenblatt “Wuppertaler Rundschau”

https://www.junioruni-wuppertal.de/de/1772/angebot/junior-uni-digital/
Die Junior Uni Wuppertal bietet allen kleinen und größeren Kindern Videos zum Studium an. Die Videos sind auch ohne Uni-Anmeldung  auf Instagram, Facebook und Youtube zu finden!

 

Ich freue mich u.a. über Hinweise, Überlegungen und Erfahrungen. Gerne darf dafür das untenstehende Kommentarfeld benutzt werden.

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