Manipulation im Internet?

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Mich bewegt die Frage, wieweit Manipulation im Internet unsere breite Gesellschaft in Deutschland und weltweit beeinflusst. Denn dies wäre für die Frage vom Webmasterfriday „Spaltet das Internet die Gesellschaft?“ ein wichtige Erklärung meinerseits. Der Einfluss durch das Internet ist auch des öfteren Diskussionsthema im realen Leben.

Ist denn unsere Gesellschaft gespalten?

Kommt darauf an, was man unter gespalten versteht. Und wie weit dieser Riss gesehen wird. Homogen und gleichförmig ist unsere Gesellschaft aber bestimmt nicht! Ich bin mir sogar sicher, heutzutage viele Unterschiede zu sehen.

Waren denn die Menschen überhaupt mal ohne jeglichen gesellschaftlichen Unterschied alle gleich? Vielleicht als unsere Vorfahren als Horden in Höhlen wohnten. Dann waren alle gleich aufeinander angewiesen, weil es noch keine Spezialisten gab. Alle fähige Mitglieder der Horde wurden zur Jagd aufs Mammut gebraucht und der Rest bewachte Höhle, Nachwuchs und Lagerfeuer. Doch die Zeit der Mammute und auch die klassenlose Gesellschaft ist seit damals vorbei.

Alle fortschrittlichen Zivilisationen waren und sind aufgespalten in verschiedene Bevölkerungsgruppen. Dabei denke ich nicht nur an die herschenden Schichten, wie z.B. Regenten, Kirchenführer, Großgrundbesitzer und Fabrikbesitzer. Vielmehr denke ich an Sklaven, Leibeigende und Tagelöhner. Solche unterste Klassen wurden schon immer gerne von großen Teilen der Oberschicht ausgenutzt. Aber auch noch heute leben viele Menschen als Unterschicht. Und auch sie sind immer noch oft darauf angewiesen, für ihren Lebensunterhalt als Billiglöhner zu arbeiten.

Wenn der Webmasterfriday fragt „Spaltet das Internet die Gesellschaft?“, fragt er besonders nach Bildung und Politikmeinung. Auch gerade in privaten Diskussionen wird dem Internet eine Verschlechterung der heutigen Gesellschaft vorgeworfen. Aber ist das Internet wirklich an (fast allen) Verschlechterungen Schuld?

Ist Manipulation im Internet Schuld an der Spaltung der Gesellschaft?

Es geht schon heftig rund im Internet. Vor allem in den sozialen Netzwerken und Foren. Zudem gibt es viele Haßseiten, bei denen es einem schon schlecht werden kann.

Menschen und Medien

Menschen und Medien

Das Internet als Tummelplatz für Radikale und Populisten

Fast könnte man meinen, die Mehrheit unserer Gesellschaft wäre rechtsradikal oder zumindest rechtspopulistisch. Aber nur fast! Der Schein trügt!

Das Internet ist ein ideales Feld für Radikale, Populisten, Verschwörungsfanatiker und Trolle. Hier können sie so herrlich anonym bleiben. Viele haben einen neuen User-Namen für Facebook, Twitter oder Forum. Und es ist noch nicht mal klar, ob Männlein oder Weiblein diese Ansichten, Lügen oder Beschimpfungen absondert. Nicht wenige haben eine Homepage in einem Blogportal (z.B. WordPress.com) oder im Ausland, ohne dabei ein Impressum vorzuweisen. Unter all diesen Umständen fällt es leicht, mutig zu sein und dabei Unwahrheiten zu verbreiten.

Im wirklichen, realen Leben sieht es anders aus. Zur Thematik Rechtspopulismus kann ich was als Teilnehmer einiger Gegendemonstrationen sagen. Es ist zwar schon ein erschreckend eindeutiger Trend zum Rechtsradikalismus erkennbar. Aber hierzulande sind die Rechten auf der Straße noch lange nicht so stark wie im Internet. Mal abgesehen von einigen nächtlichen Schmierereien und anonymen schriftlichen Drohungen. Denn dafür reicht der Mut allemal. Zur letzten rechten Demo in Wuppertal am 29. Oktober in Ronsdorf kamen mal gerade 35 Rechte, darunter Verstärkung aus Dortmund. Ihnen gegenüber standen über 400 Gegendemonstranten aus einem breiten Wuppertaler Bevölkerungsmix. Zudem kenne ich viele nichtteilnehmende Wuppertaler, welchen rechten Spinnern gegenüber entweder gleichgültig sind oder ihnen keine Aufmerksamkeit schenken wollen. Dieselben Verhältnisse gab es schon vorher bei Demos in Elberfeld und Heckinghausen.
Fazit meines Beispiels: Der Trend nach Rechts sollte nicht unterschätzt und verharmlost werden. Er ist aber noch lange nicht so stark wie im Internet.

Das Internet zeigt eine Verrohung der Gesellschaft

Viele haben es schon selbst im Netz erlebt. Es wurde im Forum diskutiert und seine Meinung kundgetan. Und dann kommen irgendwann aus der Anonymität die Internettrolle und Radikalen mit ihren Beschimpfungen und Beleidigungen. Oder sie schreiben in den sozialen Netzwerken, was sie unliebsamen Mitmenschen an den Hals wünschen. Ja, wenn man sie nur ließe. Sicherlich werden sich nicht alle im realen Leben trauen. Aber leider wird es auch immer wieder einige geben, welche durch stetige Hasstiraden im Netz zu Taten im Reallife angespornt werden. Die derben, teils gewalttätigen Sprüche sind in den Perlen von Freital dokumentiert.

Eindeutig bewiesen ist zunehmende Gewalt gegen Polizisten, Lehrer und sogar Sanitäter. Auch meine Generation hatte manche Rangelei auf dem Schulhof. Allerdings wäre es uns im Leben nicht eingefallen, auf einen am Boden Liegenden auch noch nachzutreten.

Unklar ist für mich, wieweit das Internet daran Schuld hat. Die weitaus größere Ursache liegt sicher beim Fernsehen. Einige jüngere Generationen sind mit actionbeladenen Serienfilmen aufgewachsen. Voll mit lustigen Schlägereien und Explosionen. Lustig vor allem deswegen, weil die guten und weniger guten Helden auch nach dem 3. Tisch oder 5. Stuhl auf dem Kopf stets nach einiger Zeit wieder quicklebendig sind. Solche Actionserien senken irgendwann die Hemmschwelle wie ein steter Tropfen den Stein höhlt. Es ist sicher jedem klar, wann einem anderen Schmerzen zugefügt wird. Aber haben wir nicht tausendmal im TV gesehen, das ein Mensch nach Schlägen und Tritten nach kurzer Zeit trotzdem aufsteht?
Meine Überlegung: Nicht alles Übel lässt sich mit dem Internet ausschalten. Bei einer Ursachenbekämpfung muß auch an andere Faktoren gedacht werden, wie z.B. Fernsehen, Spiele und Elternhaus.

Manipulation im Internet entsteht durch Lügen und Verdrehungen

Das stimmt leider. Es ist schon schwierig im Internet nicht auf Unwahrheiten reinzufallen. Dafür ist das Web viel zu ideal für die Propagandisten aller Richtungen. Die Anonymität des Web macht es ihnen sehr leicht und ungefährdet. Da hilft nur, aufmerksam und überlegt zu sein. Vielleicht auch noch Brain.exe.;-)

Manipulation durch Lügen ist allerdings kein neues Übel durch das Internet. Sowas gab es schon immer. Allerdings ist Manipulation im Internet leicht und dadurch zahlreich. Durch ein ausgeschaltetes Internet würde Beeinflussung nicht verschwinden. Sondern sich verlagern. So gab es z.B. im 3.Reich zwar kein Internet, aber trotzdem eine umfangreiche Propagandamaschinerie.

Leichtgemacht wird Manipulation im Internet auch durch moderne Technik. Heutzutage können auch „Social Bots“ im Web eingesetzt werden. Sehr wenige User erzeugten viele Beiträge in den sozialen Netzwerken. Damit wurde die Meinung des Volkes vorgetäuscht und viele Internetuser angesprochen. Dadurch wurden auch die Brexit-Abstimmung und die US-Wahlen beeinflusst und manipuliert. Hoffen wir und arbeiten wir daran, daß Lügen und Manipulation im Internet nicht die Kontrolle bekommen. Denn dann wird mit Sicherheit unsere Gesellschaft gespalten.

Mein Fazit: Das Internet ist immer noch eine gute Informationsquelle. Vorsicht und gesundes Misstrauen wegen Lügen und Manipulation wird aber leider immer wichtiger. Damit wir nicht mit daran helfen, unsere Gesellschaft zu spalten.

Und so denken andere Blogger zum Thema „Spaltet das Internet die Gesellschaft?“:

  • breakpoint beobachtet, abweichende Ansichten werden nicht mehr durchdacht oder wenigstens tolerant zur Kenntnis genommen, sondern als Hatespeech diffamiert. Trotzdem sehe sie im Internet mehr Chancen.
  • Die DeutscheMuslima findet nicht dass sich diese Risse seit dem Internet zeigen, sondern dass die schon immer da waren.
  • Bier.de weist auf die Manipulationen durch „Social Bots“ hin und von der Massivität, in der rechte Positionen in Deutschland verbreitet werden.
  • Ednong nach bildet das Internet ja eh die große weite Welt ab – sowohl das Gute als auch das Schlechte daraus. Eine Spaltung sieht er nur bei Leute, die Internet quasi rund um die Uhr nutzen und Leute, die es selten bis nie nutzen.
  • TmoWizard sieht tatsächlich eine Spaltung in unserer Gesellschaft allerdings zwischen uns als Volk und als Gegenpart eben die Verlage und deren Sponsoren aus der Politik.
  • Sabine Puttins von frankfutt nach könnte man die „Spaltung des Webs“ umdeuten als „Schizo-Effekt“, dem man unterliegt oder dem man sich verweigert.
  • sabienes befasst sich mit Populismus im Internet und die ganze Lügenpresse.

Das sind die Schwerpunkte, die ich selber so herausgelesen habe. Natürlich haben meine Blogger-Kollegen noch mehr in ihren Beiträgen zu sagen. Am besten selber mal reinschauen.

Wer was zu meinem Beitrag zu sagen oder eine Meinung dazu hat, auf den wartet das untenstehende Kommentarfeld. Ich freue mich auf jede ernstgemeinte Anmerkung. Zudem gibt es hier auch die Buttons fürs Social-Media-Sharing. Natürlich datenschutzfreundlich.

 

3 Kommentare

  1. Details wie 35 Rechte gegen 400 Gegner kann man gar nicht oft genug erwähnen und sicher scheint es als wäre das Internet heftiger als die Realität. Jeder kann im PC wie eine Masse erscheinen und das wirkt verstärkend, aber letztlich sind es keine Bots die wählen, sondern reale Menschen die ein reales Kreuzchen auf realen Wahlzetteln machen.
    Aber 35 können nicht 20% der Stimmen sein, es sei denn die Gegend ist bevölkerungsarm.
    Wahlbetrug ist in D ein Denkverbot, sowas gibt es nur in anderen Ländern, vorzugsweise dort wo wir die gewählten Volksvertreter nicht mögen.

    Ich sehe auch das Fernsehen als eigentlichen Verursacher von Verrohung und ich denke dabei gar nicht mal nur an Actionfilme, sondern auch in anderen ist immer mehr Rücksichtslosigkeit, Egoismus, Gewalt, Lüge und Betrug Thema und unmengen Menschen schalten die Glotze ein wenn sie zu Hause sind. Die Manipulation ist schleichend und beständig.

    Letztlich muss man aber auch sagen, das man sich selbst im Internet Massen „erschafft“. Ich z.B. ärgere mich so sehr über rechten Mist, dass ich es vorziehe solche Seiten nicht zu besuchen oder wenn ich zufällig dort lande sie schnell zu schließen. Ich halte mich im Net vorzugsweise dort auf wo die Klientel (ähnlich) denkt wie ich und damit habe ich meine Masse und so machen es wohl die Meisten. Man geht zu Seinesgleichen.

    • Hallo Asmaa!

      Danke für deinen Kommentar. In der Meinung sind wir ja gar nicht so weit entfernt.

      Wahlbetrug in Deutschland sehe ich nicht, dafür aber eher Wahlgleichgültigkeit. Es gehen zu viele Wähler in Deutschland nicht zur Wahl, sei es es soll so weiterlaufen oder es ist ihnen egal oder sie haben gerade keinen Bock zur Wahl zu gehen. Die Wähler der extremen Parteien haben aber mehr Interesse und gehen geschlossen zur Wahlurne. Dies fördert Stimmen- und Sitzergebnisse, welche ein eigentlich nicht stimmiges Wahlergebniss bringen. Nichtwählen ist keine richtige Wahl, weil sie nur die Splitterparteien fördert!

      Ja es stimmt. Verrohung im TV gibt es nicht nur in Actionfilmen. War von mir als Beispiel gedacht, weil ich es dort sehr stark empfinde.

      Ich habe mich früher sehr oft in einer großen Fotocommunity beteiligt. Aber irgendwann war ich den agressiven und teils beleidigenden Schreibstil einiger Mitforumsbesucher leid. Jetz überlege ich es mir mehrfach, Tipps und Erfahrungen in einem Forum zu teilen. Ich weiß, es ist eigentlich schade für die netten und korrekten Forenten, die es dort doch noch gibt.

      Gruß Volker Lange

      • Ich weiß noch, das vor ein paar Jahren, gerade im Net, Leute meinten inn ihren Gegenden kann die Auszählung der Stimmen nicht korrekt gewesen sein und da auch einiges nur, der Wahlleiter (CDU) bestritt Fehler.

        An die Story mit der Wahlmüdigkeit glaube ich übrigens nicht. Dafür kenne ich zuviele die sagen das es egal ist was man wählt, weil alle gleich sind, bzw. keine Partei wählbar ist und immer dieselben Parteien am Ende das Rennen machen.

        Ja, die vermeintliche Anonymität läßt aus einigen Menschen wirklich üble Charakter werden und eigentlich ist es die Aufgabe eines Admin da einen Riegel vorzuschieben, aber leider sind da wohl einige nicht besser als die Übeltäter. Das ist ähnlich wie bei Facebook, die selbst beim übelsten Rassismus keine verletzung ihrer Richtlinien feststellen. Sozial ist leider in der Regel unsozial

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